Vegan zu leben heißt nicht nur, sich vegan zu ernähren, sondern Schritt für Schritt den ganzen Haushalt umzustellen, bis das Tierleid in den Produkten soweit wie möglich dezimiert ist.

Seit meinem 15. Lebensjahr färbe ich mir die Haare, da mein lieber Vater mir die graue Farbe auf dem Haupt vererbt hat. Nach einer 34jährigen Haarfärbekarriere habe ich inzwischen jede Menge Erfahrung auf diesem Gebiet. Als Veganerin mache ich mir natürlich Gedanken über die Produkte, die ich nutze und lese mir jede Beschreibung sehr genau durch. Ebenso recherchiere ich, bevor ich mein liebes Geld für Konsumgüter ausgebe.

Meine Lieblingshaarfarbe kam vor Garnier, deren Produkte ich lange verwendete. Jetzt nicht mehr, da ich folgendes herausgefunden habe:

Eines der größten Kosmetikunternehmen, mit einem jährlichen Milliardenumsatz ist L’Oréal S.A, das 1965 Garnier übernommen und aufgebaut hat. Seit 1989 wird kein Fertigprodukt mehr an Tieren getestet, da alternative Testmethoden entwickelt wurden. Klingt doch gut, würde ich sagen. ABER neue Rohstoffe werden immer noch von anderen Herstellern im Tierversuch getestet. Dazu Garnier auf ihrer Facebook-Seite im Dezember 2012:

„Daher gibt es für manche Tests leider noch keine Alternative.“ Solange ich nichts Gegenteiliges finde, kommen die Produkte auf meine schwarze Liste.

Ersatz musste her, sonst ist meine vegane Lebensweise eine Farce. Ich fuhr ins Reformhaus Martin in Innsbruck und unterhielt mich lange mit der freundlichen und bemühten Verkäuferin. Heim ging ich mit der Haarfarbe Nr. 02 Tiefbraun von Sanotint. Hier ist mein Erfahrungsbericht:

Sanotint Haarfabe Nr. 02 Tiefbaun

Hier sieht man die Sanotint Haarfarbe 02 Tiefbraun - Ausgepackt und fotografiert

Es geht los, meine Haare sind am Ansatz so grau, dass ich endlich färben muss. Farbe und Entwickler kommen in eine Schüssel und werden gut vermischt und verrührt. Auffallend ist die Abwesenheit des aggressiven chemischen Geruches. Die Farbcreme-Mischung riecht gut, irgendwie natürlich, wenn diese auch nur eine „naturnahe“  Oxidationshaarfarbe, also keine reine Pflanzenfarbe ist.

Nun wird die Farbe aufgetragen und ich bin wieder positiv überrascht, denn im Gegensatz zu den herkömmlichen Haarfarben wirkt das Färbeerlebnis viel natürlicher. Die Farbe lässt sich gut auftragen und fühlt sich gut an auf dem Kopf.

Nach 45 Minuten wasche ich meine Haare erstmals mit Wasser, dann mit dem dazugehörigen Shampoo und spüle anschließend mit dem Balsam von Sanotint.

Das Ergebnis sind seidenweiche Haare in schönster glänzender Farbe. Kein graues Haar ist mehr zu sehen.

Ich bin restlos zufrieden und kann diese Haarfarbe mit ruhigem Gewissen weiterempfehlen. 🙂

Mehr zu Sanotint: www.sanotint-shop.de

Weitere vegane Haarfärbemittel gut beschrieben im Überblick gibt es auf „Blanc et Noir“, dem veganen Beauty-Blog.

Viel Spaß beim Haarfärben wünscht Euch Sylvia Mitterer

Update am 16.3.2015:

Wurde darauf aufmerksam gemacht,  dass meine Sanotint-Haarfarbe P-Phenylenediamine enthält, was als gesundheitsschädlich gilt.

Mehr Informationen dazu:

  1. Öko-Test 2009
  2. Stiftung Warentest 2011
  3. Codecheck.info

und ein Film auf WDR berichtet auch über Sanotint: „Ungeschminkt – Die schmutzige Welt der Kosmetik“

Hier die Stellungnahme von Sanotint zum Öko Test.

Ich für meinen Teil werde das nächste mal Logona versuchen, die viel besser in den Tests abgeschnitten hat und keine bedenklichen Inhaltsstoffe enthält.

Update am 10.4.2015:

Da Logona graue Haare nicht überfärbt und die Haare mit Sanotint wunderschön sind, bleibe ich doch bei dieser Farbe.